Nicht nur in Deutschland gibt es eine Hundesteuer und unser Land ist auch nicht das einzige, in dem diese noch nicht abgeschafft wurde (siehe auch: Länder ohne Hundesteuer). Hundesteuer (oder spanisch Licencia para perro oder englisch Dog licence) gibt es auch in anderen Ländern weltweit. Allerdings wird sie hier meist als Hundelizenz bezeichnet und nicht als Hundesteuer. Im Ergebnis kommt man aber auf das Gleiche: Das Halten eines Hundes kostet zusätzlich Geld. Geld, das an den Staat oder an die Gemeinde geht.

Hundesteuer bzw. Hundelizenz in anderen Ländern

Meist wird mit dem Zahlen der Hundesteuer auch ein Beleg ausgestellt, in Deutschland ist dies die Hundemarke mit einer entsprechenden Identifikationsnummer. Früher konnten das auch kleine Briefmarken ähnliche Marken sein, solche gab es zumindest zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Großbritannien.

Hundesteuermarke von 1904

Diese Steuermarke (sieht aus wie eine kleine Briefmarke) zeigt einen Irischen Wolfshund und ist aus dem Jahr 1904.

Nicht immer reicht es aus, eine solche Hundelizenz nur mit Hilfe von Geld zu bekommen. Es gibt auch Länder, in denen die Erteilung einer solchen Lizenz an zusätzliche Maßnahmen geknüpft ist. Zum Beispiel gehören oftmals auch regelmäßige Impfungen (Tollwut) dazu. In vielen Ländern, Deutschland ist eins dieser Länder, wird der Erwerb dieser Lizenz eben auch mit einer (bei uns alles andere als geringen) Gebühr verknüpft.

Kleiner Überblick Hundelizenzen bzw. Hundesteuer weltweit

Australien

Auch in Australien sind entsprechende Lizenzen für das Halten von Hunden vorgeschrieben, sie werden von den lokalen Behörden ausgestellt. In Victoria ist auch die Registrierung von Katzen vorgeschrieben.

China

In der chinesischen Millionenstadt Beijing (Peking) wird für das Halten eines Hundes eine Lizenz nötig, die RMB 500 kostet.

Irland

Auch in Irland ist eine Lizenz erforderlich wobei zwischen drei Arten unterschieden wird:

  • Individuelle Hundelizenz, diese gilt für zwölf Monate.
  • Allgemeine Hundelizenz für Zwingerbesitzer, gilt ebenfalls für zwölf Monate.
  • Lifetime Dog License, hier gilt die Hundelizenz für die gesamte Lebensdauer des lizenzierten Hundes.

Groß Britannien

In Großbritannien wurde die Hundesteuer Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt. Die Praxis einer Lizenzierung von Hunden wurde dann aber im Jahr 1987 wieder abgeschafft. Zuvor war die Dog Lizenz zwar notwendig, aber nur die Hälfte aller Hundehalter hatte eine solche. Der Erlös dieser Hundesteuer ging dann an die lokalen Behörden.

Kanada

In Kanada sind nicht nur Hundeführerscheine erforderlich, sondern ebenso Impfungen. Vorgeschrieben ist wohl auch eine Kennzeichnung des Haustiers (Tätowierung, Mikrochip).

Neuseeland

In Neuseeland hat das Dog Control Act von 1996 Gültigkeit. Demnach müssen alle Hunde, die älter als drei Monate sind, bei der Stadt bzw. Bezirksverwaltung registriert werden. Für Hunde, die nach dem 1. Juli 2006 in Neuseeland registriert wurden, gilt die Pflicht einen Mikrochip einzusetzen. Hundeanmeldungen laufen in Neuseeland zum 30. Juni aus und können dann bis zum 31. Juli verlängert werden. Die Registrierung ist mit einem Ausweis nachzuweisen. Wie hoch die Gebühren für die Registrierung sind, ist unterschiedlich. Für kastrierte Hunde wird weniger Geld verlang als für unkastrierte Tiere, und in ländlichen Gebieten zahlt man meist weniger. Für Arbeitshunde (Schäferhunde, Polizeihunde, Drogenhunde) wird eine niedrigere Gebühr verlangt. Blindenhunde kosten ebenfalls deutlich weniger, sind häufig sogar von der Gebühr befreit.

Niederlande

Hunde müssen in den Niederlanden registriert werden und es gibt eine jährliche Steuer, die von den Gemeinden erhoben wird. Diese Hundesteuer richtet sich auch nach der Anzahl der Hunde und kann von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich sein. In Amsterdam zahlten Hundehalter im Jahr … 103,18 Euro pro Hund und Jahr.

Nordirland

In Nordirland sind Hundelizenzen seit dem Nord Irland Dogs Act von 1983 (Control of Dogs Act 1986, Control of Dogs (Amendment) Act 1992) erforderlich. Im Oktober 2011 kostete eine solche Lizenz 12,50 Pfund pro Jahr. Rentnern und Besitzern von kastrierten Hunden wurden eine Ermäßigung gewährt. 1998 gab es noch eine Ergänzung (Control of Dogs Regulations). In dieser wurden Hunderassen aufgeführt, die als gefährlich oder gefährlicher eingestuft wurden und für die Sonderregelungen vorgesehen sind. So müssen Hunde, die auf dieser Liste stehen, an einer recht kurzen Leine gehalten werden und zwar von einer Person von über 16 Jahren, die auch in der Lage ist, diesen Hund zu halten. Außerdem müssen solche Hunde (und Mischlingen dieser Rassen) stets ein Halsband tragen, an dem Name und Adresse des Halters vermerkt sind. Zu den aufgeführten Rassen gehören u.a. der Dobermann, der Deutsche Schäferhund ebenso wie der Rottweiler, Rhodesian Ridgeback oder der Bandog.

USA

In den USA gibt es sehr viele Bundesstaaten aber auch Gemeinden, die eben eine Lizenz verlangen und diese wird meist an die Tollwutimpfung gekoppelt. Und so ist auch die Gültigkeit der Lizenz an die Wirksamkeit der Tollwutimpfung gekoppelt (Tollwut und Hundesteuer). Hat der Wirkstoff eine Wirkdauer von drei Jahren, dann kann die Hundelizenz für drei Jahre ausgestellt werden, ist es ein Wirkstoff, der jährlich geimpft werden muss, dann kann die Lizenz auch nur für ein Jahr ausgestellt werden. In einigen Gebieten muss man weniger Hundesteuer zahlen, wenn man nachweisen kann, dass der Hund sterilisiert oder kastriert ist. Damit soll die Zahl der Hunde kontrolliert werden. Es gibt sowohl im Bundesstaat Kalifornien als auch Maryland wohl die eine oder andere Gemeinde, die eine Katzenlizenz vorsieht. Hier wird allerdings auch der Vorteil einer solchen Lizenz hervorgehoben, schließlich wäre es durch die Registrierung möglich verloren gegangene Tiere ihren Besitzern wieder zuzuordnen. Es gibt Ermäßigungen für Rentner und Veteranen. Im County of Los Angeles wird für einen Hund meist je nach Gemeinde ein Betrag von 20 bis 72 US-Dollar fällig. Die Lizenz für eine Katze ist deutlich geringer und reicht von 7 bis 10 US-Dollar.

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