Hier eine kleine Auflistung, längst nicht vollzählig von kuriosen und seltsamen Steuern in Deutschland und weltweit. Längst nicht alle seltsam anmutenden oder kurios erscheinenden Steuern wurden wieder abgeschafft.

Aktuelle Kuriose Steuern

Vergnügungssteuer

In Deutschland wird sogar das Spaß haben besteuert und zwar im Rahmen der Vergnügungssteuer. So kassiert der Staat zum Beispiel bei jedem Kinobesuch mit (Kinosteuer). Ebenfalls Teil der Vergnügungssteuer ist die Glücksspielsteuer. Früher wurde damit das Armenwesen finanziert. Heute profitiert das Staatssäckel. Und dazu gibt es auch noch eine Tanzsteuer.

Eingeführt wurde die Vergnügungssteuer bereits im Mittelalter. Der Staat nimmt durch die Kinosteuer, Tanzsteuer und die Besteuerung des Glücksspiels immerhin 500 Millionen Euro pro Jahr ein. Das erscheint erstmal wenig, aber es gibt ja noch die Wett- und Lotteriesteuer.

Wett- und Lotteriesteuer

20 Prozent von jedem Lottoeinsatz gehen an den Staat. Bei Sport- und Pferdewetten sind es 16 Prozent.

 

Kaffeesteuer

Die Kaffeezölle gehören seit dem 18. Jahrhundert zu den wichtigsten Finanzzöllen überhaupt. Die 1949 eingeführte Kaffeesteuer wird von Importeuren und Röstern bezahlt und spült jährlich eine Milliarde Euro in die Kasse des Staates. Bis in die 1990er Jahre gab es in Deutschland auch eine Teesteuer.

Sektsteuer

Auf sekthaltige Getränke gilt eine Luxussteuer (Schaumweinsteuer, gerne auch als Sektsteuer bezeichnet). Der Tarif beträgt 136 Euro pro Hektoliter. Der Staat kassiert dadurch etwa 450 Millionen Euro.

Immerhin: Die Sektsteuer gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich.

Die Schaumweinsteuer wurde 1902 vom Reichstag zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt, weil „bei einer so starken Steigerung der Ausgaben für die Wehrkraft des Landes auch der Schaumwein herangezogen werden muß“. Eine kaiserliche Kriegsflotte gibt es nicht mehr, die Sektsteuer ist uns dennoch erhalten geblieben.

Als Maßnahme zur Überwindung der Wirtschaftskrise wurde die Sektsteuer 1933 auf Null gesenkt (was nicht das gleiche wie abschaffen ist). 1939 wurde sie wieder aktiviert, sie sollte nun die Entwicklung der U-Boot-Flotte finanzieren.

Die Sekt- oder Schaumweinsteuer ist ein bekanntes Beispiel für Abgaben, die zu einem bestimmten Zweck eingeführt, aber nach Wegfall des Zwecks nicht wieder abgeschafft wurden. Daher wurde sie auch bei der Einführung des Soli (Solidaritätsbeitrags) in den 1990er Jahren immer wieder angeführt. Denn irgendwie war allen klar, dass uns der Soli länger als nur ein oder zwei Jahre erhalten bleibt.

 

Biersteuer

Eine der ältesten Steuern in Deutschland ist die Biersteuer. Eingeführt wurde diese älteste Abgabe auf Verbrauchsgüter bereits im Mittelalter und zwar um 1200. Heute sind Brauereien und Importeure Steuerpflichtig, da diese aber natürlich die gezahlte Biersteuer umlegen, zahlt natürlich am Ende auch der Biertrinker. Das jährliche aufkommen bei der Biersteuer liegt bei etwa 800 Millionen Euro.

Branntweinsteuer

Je nachdem wie viel Alkohol ein Getränk hat, beteiligt sich der Fiskus auch hier. Bei einer Flasche Likör sind es dann mal zwei Euro, die an den Staat gehen, bei einer Flasche Korn gleich drei Euro. Die Branntweinsteuer ist recht ertragsreich, bringt sie dem deutschen Staat doch jährlich ca. zwei Milliarden Euro ein.

Köln führt 2004 eine Sexsteuer ein

In Köln wurde im Jahr 2004 eine Sexsteuer eingeführt. Pro Monat und Prostituierte werden 150 Euro fällig. Alleine im Jahr 2006 nahm Köln damit 828.000 Euro ein.

 

Kuriose Steuern aus der Geschichte

Der russische Zart Peter der Große erhob Steuern auf Bärte und Eichensärge. Kaiser Otto IV. auf Minnegesänge und Johann Kasimir Kolbe von Wartenberg, einst Premierminister von Preußen, auf Jungfrauen.

Interessant ist so mancher Hintergrund der einen oder anderen Steuer. So gab es im 18. Jahrhundert in Württemberg eine Spatzenplage. Danach wurden dann die Bürger verpflichtet ein Dutzend dieser Vögel zu fangen. Wer dazu nicht in der Lage war, musste eben zwölf Kreuzer an die Amtskasse zahlen.

Bartsteuer in Russland

Oder die Bartsteuer in Russland. Am 5. September 1698 verfügte der russische Zart Peter der Große das Bärte besteuert werden sollten. Das sollte weniger für mehr Einnahmen sorgen, als für einen moderneren Anstrich seines Reiches. Peter hatte zuvor lange Zeit in Europa verbracht, offenbar war ihm da aufgefallen, dass hier Bärte nicht gerade modern sind. Zar Peter I. hatte den Eindruck, dass im Russland seiner Zeit zu sehr an althergebrachten Traditionen festgehalten werde und das Land auf manchen Gebieten einer Modernisierung bedürfe. Ausgenommen von der Barsteuer waren nur Geistliche und Bauern. Da der Bart in Russland aber als sichtbares Zeichen der männlichen Würde galt, gab es natürlich zu einem Aufschrei. Eine ähnliche Bartsteuer gab es auch in Frankreich und zwar im 16. Jahrhundert. Hier wurde sie von kirchlichen Amtsträgern verlangt.

Jungfernsteuer

Die Jungfernsteuer war eine Steuer, die Anfang des 18. Jahrhunderts in Berlin erhoben wurde. Unverheiratete Frauen von 20 bis 40 Jahren mussten im Monat zwei Groschen Jungfernsteuer entrichten. Ziel der Steuer war es, wie heutzutage etwa in Form von Entlastungen für Ehepaare, Nachwuchs zu fördern. Eine ähnliche Jungfernsteuer gab es bereits in Preußen, sie war hier von Johann Kasimir Kolbe von Wartenberg (1699-1711 Premierminister) eingeführt worden.

Katzensteuer

In einzelnen Gemeinden im Deutschen Reich gab es zwischen 1894 bis nach 1918 auch eine Katzensteuer, die den Besitz von Katzen ähnlich wie das Halten von Hunden oder Pferden, mit Steuer belegte.

Salzsteuer

Der Verbrauch und der Handel von Speisesalz ist eigentlich eine sehr verbreitete Steuer weltweit. In Deutschland wurde sie 1993 abgeschafft. Im gleichen Jahr fiel auch die Teesteuer und die Zuckersteuer.

Siehe auch Geschichte der Hundesteuer.